Artikel
„Das Wichtigste ist, nie die Hoffnung aufzugeben und die kleinen positiven Momente zu feiern.“ | Look Good Feel Better Teilnehmerin Charlene über ihre Krebserkrankung
von Marina Struth am
Mitten in der Bearbeitung ihrer Abschlussarbeit erhält Charlene die Diagnose Brustkrebs. Mit nur 25 Jahren muss sie sich mehreren Eingriffen und einer Antihormontherapie stellen. „Große Sorgen wie meine Prüfungsangst wurden nebensächlich, und mein Blick auf das Leben hat sich verändert“, erinnert sie sich.
Um sich im neuen Klinikalltag wohlzufühlen, sucht sich Charlene kleine Anker, die ihr den Moment verschönern: ein Duftöl im Wartezimmer, um Krankenhausgerüche auszugleichen, eine kleine Tasche mit persönlichen Glücksbringern oder eine ausgedehnte Spazierrunde, da Sport gerade nicht möglich ist.

Immer wieder begegnen Charlene während ihrer Erkrankung kleine rote Herzen – als Luftballons oder Konfetti – zufällig im Alltag. Für sie werden sie zum Zeichen der Zuversicht in einer Zeit, in der plötzlich nichts mehr planbar ist.

Im Rahmen ihrer Behandlung wurde bei Charlene die seltene TP53-Mutation festgestellt, die das sogenannte Li-Fraumeni-Syndrom verursacht. Diese genetische Veränderung beeinträchtigt wichtige Schutzmechanismen der Zellen, die normalerweise Schäden im Erbgut erkennen und reparieren. Deshalb wird in Charlenes Fall auf eine Chemotherapie verzichtet. Betroffene haben zudem ein erhöhtes Risiko, bereits in jungen Jahren an verschiedenen – auch mehrfachen – Krebserkrankungen zu erkranken. „Es war für mich ein sehr beklemmendes und nicht greifbares Gefühl, zu erfahren, dass ich etwas in mir trage, das ich zuvor noch nicht kannte“, erzählt sie.
Durch die Erkrankung haben sich viele körperliche Veränderungen entwickelt, die sich negativ auf ihr Wohlbefinden ausgewirkt haben: „Ich hatte das Gefühl, ein Stück meiner Weiblichkeit und meines Ichs verloren zu haben.“
Von den Look Good Feel Better Kosmetikseminaren erfuhr Charlene über TikTok und wollte sich damit selbst etwas Gutes tun. Ihr halfen die Tipps zu schonender Hautpflege und die Möglichkeit, sich bewusster mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. „Das Seminar zeigte mir, dass ich mich trotz des Tumors und der Behandlungen wohl in meinem Körper fühlen kann und darf.“

Besonders bewegend war für sie das Miteinander während des Seminars: „Wir haben uns gegenseitig Mut zugesprochen und uns viel Kraft gewünscht. Es war schön zu sehen, wie groß die Wertschätzung und das Zusammengehörigkeitsgefühl selbst unter eigentlich fremden Frauen war.“
Ihren Rat an andere Patientinnen formuliert sie klar: „Ich würde das Seminar zu 100 % jeder Krebspatientin empfehlen. Wir sollten uns diese Zeit für Selbstfürsorge und Aufmerksamkeit erlauben, da wir es wert sind.“

Heute geht sie ihren Weg mit der Erkenntnis: Es geht nicht darum, in jeder Situation etwas Positives ableiten zu müssen, sondern darum, einen passenden Umgang zu finden und die eigene Kraft zu erkennen.