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Schminktipps aus dem Kosmetikseminar für Krebspatientinnen | Look Good Feel Better

Nützliche Pflege-Tipps und Schminkschritte aus dem Kosmetikseminar für Krebspatientinnen

von Marina Struth am

 

Diese Schminktipps stammen aus unseren kostenfreien Kosmetikseminaren für Krebspatientinnen, die wir deutschlandweit anbieten. Sie unterstützen Frauen während und nach der Krebstherapie dabei, sich wohler im eigenen Körper zu fühlen.

1. Schritt: Gesichtsreinigung

Zur Vorbereitung Ihres Make-ups beginnen Sie mit der Hautreinigung. Tragen Sie das Reinigungsprodukt in kreisenden Bewegungen auf und entfernen Sie es anschließend mit einem feuchten Pad. Durch eine intensive Reinigung entfernen Sie Schmutzpartikel und Hautausscheidungen, die bei erhöhter Medikamenteneinnahme verstärkt auftreten können.

Anschließend erfrischen Sie das Gesicht mit einem Gesichtswasser (Tonic/Toner). Tränken Sie ein Wattepad mit dem Gesichtswasser und streichen Sie damit sanft über die Haut von Gesicht, Hals und Dekolleté. Dadurch werden letzte Rückstände entfernt, die Haut beruhigt und die Wiederherstellung des Säureschutzmantels unterstützt.

Extra Hinweis: Entfernen Sie keine Markierungen, die von einem Arzt oder Bestrahlungstherapeuten auf die Haut gezeichnet wurden. Tragen Sie keine Produkte auf diese Hautpartien auf.

2. Schritt: Pflege

Zum Schutz, zur Pflege und als Grundlage für Ihr Makeup verwenden Sie eine Hautpflegecreme. Die damit verbundene Feuchtigkeitszufuhr erfrischt nicht nur Ihre Haut und pflegt sie, sondern erleichtert auch ein gleichmäßiges Auftragen des Make-ups. Nehmen Sie von Ihrer Tagescreme die Menge von der Größe einer Haselnuss und verreiben Sie diese in Ihren Händen. Legen Sie Ihre Hände auf Ihr Gesicht und verteilen Sie die Creme von der Gesichtsmitte nach außen.

Wichtiger Hinweis: Verwenden Sie auch bei niedriger Sonneneinstrahlung stets einen Sonnenschutz mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor, denn gerade während der Krebstherapie ist Ihre Haut besonders empfindlich.

3. Schritt: Make-up

Die Farbe Ihres Make-ups (Grundierung / Foundation) sollte dem Hautton entsprechen, um die Gesichtsfarbe ganz natürlich erscheinen zu lassen. Am besten testen Sie den Farbton am Kieferbereich, um sicherzustellen, dass er mit dem natürlichen Hautton harmoniert. Tragen Sie das Make-up mit einem Pinsel, einem Schwämmchen oder Ihren Fingern auf. Beginnen Sie mit dem Auftragen stets in der Mitte des Gesichts und verstreichen Sie das Make-up sanft nach außen, um unschöne Ränder zu vermeiden.

4. Schritt: Abdecken

Um Rötungen oder Augenschatten auszugleichen, empfiehlt sich die Verwendung eines Abdeckproduktes (Concealer). Dieses darf gerne ein bis zwei Nuancen heller sein als die Grundierung. Die hellen Pigmente gleichen dunkle Schatten aus und zaubern so einen frischen und erholten Look.

5. Schritt: Gesichtspuder

Um die Grundlage für ein lang anhaltendes Make-up zu schaffen, kann ein Puder zum Fixieren und Mattieren verwendet werden. Zum Auftragen des Puders verwenden Sie einen Pinsel, ein Schwämmchen oder Wattepad.

Achten Sie darauf, dass Sie den Puder immer von oben nach unten auftragen. Sie können so ein Aufrichten kleinerer Gesichtshärchen vermeiden.

6. Schritt: Rouge

Kein anderes Kosmetikprodukt verleiht dem Gesicht ein frischeres und gesünderes Aussehen als das Rouge.

Um die Gesichtszüge auf harmonische Weise zu betonen, geben Sie das Rouge auf die Wangenknochen und blenden Sie es Richtung Schläfen aus. Verwenden Sie hierfür einen Rougepinsel, ein Wattepad oder Ihre Finger.

 

Gut zu wissen:
Vorsicht bei der Dosierung von Puder und Rouge: lieber zu Anfang etwas weniger auftragen und bei Bedarf noch mal nachlegen.

Ein Highlighter, der direkt auf den Wangenknochen platziert wird, hebt diese optisch hervor.

Um ein längliches Gesicht kompakter wirken zu lassen, empfiehlt sich die „Apfelbäckchen“-Technik. Schauen Sie in den Spiegel und lächeln Sie mit geschlossenem Mund. Tragen Sie das Rouge kreisförmig auf die Bäckchen auf, die dadurch hervortreten.

Wichtig: Reinigen Sie alle Pinsel und andere Schminkutensilien regelmäßig z. B. mit Alkohol oder einem milden Shampoo.

7. Schritt: Lidschatten

Farbige Lidschatten lassen die Augen ausdrucksvoller erscheinen. Der hellere Ton wird auf dem inneren Teil des Augenlids aufgetragen, der dunklere Ton auf dem äußeren Augenlid.

Zusätzlich können Sie eine leichte, helle Schattierung unter den Augenbrauen auftragen.

 

Gut zu wissen: Die Augen bekommen mehr Ausstrahlungskraft, wenn man den Lidschatten in der Komplementärfarbe der Augen verwendet (z. B. zu braunen Augen Blautöne, zu grünen Augen Lilatöne und zu blauen Augen Kupfer- oder Apricottöne).

8. Schritt: Lidstrich

Tragen Sie den Lidstrich mit einem Eyeliner oder einem Kajal über dem oberen Wimpernrand auf. Die Wimpern wirken dadurch umso dichter. Damit der Lidstrich nicht zu hart aussieht, decken Sie ihn leicht mit Lidschatten ab.

 

Gut zu wissen:

  • Tragen Sie nicht unmittelbar vor dem Schminken der Augenpartie fetthaltige Augencremes auf, sonst verlaufen Eyeliner oder Kajal und der Lidschatten bleibt in der Lidfalte haften.
  • Eyeliner oder Kajal kann man mit Lidschatten „überpudern“, so halten sie doppelt so lange und verlaufen nicht.
  • Kajalstifte vor dem Anspitzen in den Kühlschrank legen, dann brechen sie nicht ab.

9. Schritt: Augenbrauen

Der Verlauf der Augenbrauen ist von großer Bedeutung für ein wirkungsvolles Make-up, denn er ist entscheidend für den Gesichtsausdruck und die Mimik. Legen Sie einen Stift als „Führungslinie“ an, um die richtigen Punkte (siehe Grafik) zu bestimmen. Wenn die Basispunkte richtig gesetzt sind, verbinden Sie diese mithilfe eines Augenbrauenstiftes in Form
kleiner Striche, und zwar so, dass die Augenbrauen an der Innenseite fülliger sind und zum Ende hin fein auslaufen.

Beim Vermessen der Augenbrauen beginnt die Braue bei der verlängerten Verbindungslinie von Nasenflügel und innerem Augenwinkel (Linie 1).
Sie endet an der verlängerten Linie zwischen Nasenflügel und äußerem Augenwinkel (Linie 2).
Die Braue sollte zwei Drittel ansteigen und ein Drittel abfallen. Der höchste Punkt liegt in der verlängerten Linie zwischen Nasenflügel und Pupille (Linie 3).

 

Gut zu wissen: Sind die Augenbrauen sehr dünn oder sind Sie im Nachziehen Ihrer Augenbrauen noch ungeübt, ist es einfacher, wenn Sie mit einem matten, graubraunen Lidschattenpuder oder einem Augenbrauenpuder und einem dünnen Pinsel arbeiten.

10. Schritt: Wimpern

Wimperntusche (Mascara) verleiht auch dünnen Wimpern ein dichtes Aussehen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, tragen Sie die Wimperntusche zuerst oben mit leichten Zickzack-Bewegungen und möglichst dicht am Wimpernrand auf.

Sollten Sie keine Wimpern mehr haben, können Sie auch mithilfe von Lidschatten oberhalb und unterhalb des Wimpernkranzes eine leichte Schattierung auftragen, um so die Wimpernhärchen zu imitieren.

 

Gut zu wissen: Beim Gebrauch des Mascaras diesen nicht „pumpen“, sondern den Behälter aufschrauben, Bürste herausziehen und benutzen. Durch den Pumpeffekt können Sauerstoff und Verunreinigungen in den Behälter gelangen und das Austrocknen des Produktes begünstigen sowie die Qualität mindern.

11. Schritt: Lippenkonturstift

Bevor Sie den Lippenstift auftragen, können Sie die Lippen mit einem Konturenstift (Lipliner), der farblich auf den Lippenstift abgestimmt ist, umranden. Damit betonen Sie die Lippenkonturen und können Unregelmäßigkeiten ausgleichen. Sie geben den Lippen dadurch einen klaren und symmetrischen Ausdruck. Gleichzeitig verhindern Sie, dass die Lippenstiftfarbe verläuft.

Deuten Sie in der Mitte des Mundes ein „Herzchen“ an. So haben Sie eine Führungslinie und können von außen nach innen die Lippenkontur nachmalen.

Gut zu wissen:

  • Benutzen Sie zu Anfang immer einen Lipliner in einer „unauffälligen“ Farbe, damit eventuelle Übermalungen nicht so sehr auffallen.
  • Ein Lipliner, der knapp über der natürlichen Lippenkontur angesetzt wird, vergrößert die Lippen optisch, ohne dass es unnatürlich aussieht. Ein Tupfer Lip Gloss auf der Lippenmitte verstärkt den Effekt. Generell gilt: Je glänzender die Textur, desto voller wirken die Lippen.

12. Schritt: Lippenstift

Der Lippenstift gibt dem Gesicht einen besonderen Ausdruck und verleiht den Lippen Schutz und intensive Pflege. Wichtig ist, dass die Farbe des Lippenstifts mit der Farbnuance des Rouges harmoniert.

Gut zu wissen: Mit einem Pinsel aufgetragen, wirkt der Lippenstift gleichmäßiger und hält länger. Lippenstift kann mit losem Puder fixiert werden – er wirkt dann matter und natürlicher. Im Sommer bewahrt man den Lippenstift am besten im Kühlschrank auf, damit er durch die Wärme nicht weich wird oder gar abbricht.

 

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